Thursday, March 9, 2017

Jürgen Gleue (39 Clocks) on Floating di Morel/ULF


crack, sizzle und pop – Floating di Morel

stellen Sie sich mal spaßeshalber vor: das große Nichts. eine menschenleere Sand-, Gesteins- oder Salzwüste. mit nur ein wenig Getier.  Spinnen, Skorpione und so. Schlangen - ja doch, vielleicht, oder auch nicht. jetzt beobachtet einer stoisch diese Fläche – tage-, wochen-, jahrelang, ohne das sich irgendetwas regt oder sich irgendjemand aufregt. dann – und zwar genau  wie das Signal, das vor Jahrzehnten aus dem Weltall aufgefangen wurde – scheint sich die Wüste - Salz oder Sand ist nun wirklich egal  – an einer bestimmten, mit „X“ markierten Stelle einen Moment lang leicht zu wölben. es macht – crack ! – sizzle ! - und pop ! – aber extrem verhalten und ist vielleicht lediglich eine Sinnestäuschung, wie überhaupt einiges hier. tja, und das ist die neue Floatin´ di Morel Platte, die kurz mal lapidar aus dem Wüstenuntergrund herausgeworfen wird. von einer eingeschwärzten Hand. alle paar Jahre mal. das Phänomen wird aber nur von ernsthaft aufmerksamen Wüstenbeobachtern wahrgenommen. davon gibt´s auch nicht so viele. ihre Pupillen kreisen wild vom halluzinogenen ständigen Starren durch ihre Ferngläser. sie tragen Khaki-Shorts und überhaupt Safari-Look. das mag chic und cool sein, oder auch sehr unpassend. manchmal improvisieren sie bedächtig aber sehr schräg auf einer Piccolo-Flöte zu den Klängen, die aus dem Wüstenboden heraufzusteigen scheinen. manch einer wird mit akuten Sonnenstich auf einer Bahre aus dem heißen Wüstensand herausgetragen. ab und an bleiben bei dem ganzen Spektakel ein paar grüne Pfandflaschen ominösen Ursprungs zurück, die in den Sandverwehungen ein wenig herum rollen. die werden dann von mehr oder weniger - meist weniger - emsigen Wüstenreinigungskräften auf Stelzen dezent im Papierkorb einer nahen Bushaltestelle entsorgt. wo sie sich dann umgehend de-materialisieren. oder vielleicht steckt sich einfach jemand das Pfandgeld ein. Busse verkehren hier aber nicht mehr – auch wegen Sand im Getriebe. manchmal werden ein paar beinharte und pflichtbewusste FdM-Fans extra hierher eingeflogen. immer öfters sind das neuerdings aber auch Lego- und Playmobil-Figuren in einem ferngesteuerten Modellflugzeug.  die Plattenfirma muss eben auch sparen… derweil stellen jedenfalls die Floatings, wie bereits ausgeführt, auf ihrer brandneuen LP die gewohnt überzeugend irreale Atmosphäre her.
und mehr will ! darf ! kann ! beim besten Willen einfach nicht gesagt werden.
J.G.

Hier geht es zur Platte und zum Video